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Am frühen Morgen des nächsten Tages spazierten wir etwas am Strand und
unterhielten uns mit einigen Fischern über die berühmten Caballitos
de totora. Sie erzählten uns,
dass sie etwa zwei Stunden benötigen, um eines zu erarbeiten und dass sie es
fast eineinhalb Monate benutzen. Es wird aus Totora gebaut und kann bis vier
Meter lang sein. Üblicherweise fahren die Fischer um 5:30 h in der Frühe zum
Fischen hinaus. Wenn es viele Fische gibt fischen sie am Tage bis zu drei Mal.
Um 11 Uhr machen wir uns wieder auf den
Weg und fahren zunächst auf der Panamericana Norte weiter. Nächstes Ziel ist Cajamarca.
Auf der ganzen Strecke durchfahren wir viele Dörfer, einige große und andere
wieder ganz klein. Einige möchte ich erwähnen, um unsere Fahrtrute etwas
aufzuzeigen. Um den Kilometer 617 treffen wir das malerische Dorf Paiján.
Kurz nach Pacasmayo, etwa am Kilometer 686 der Panamericana Norte, biegen wir in
die Abzweigung ein, die nach Cajamarca führt. Nach etwa 37 Kilometern fahren wir am Stausee Gallito Ciego entlang, der Wasser
zum Bewässern staut, um mehr Ackerland für die Landwirtschaft zu gewinnen. Die
Straße verläuft eine Zeit lang am Rande des von Bergen umgebenen Sees.
Nur wenige Kilometer weiter einige Häuserblocks auf beiden Seiten der Straße,
das kleine Dorf Tembladera.
Noch weiter, etwa am Kilometer 100, fahren wir in das etwas größere Dorf Chilete
ein. Da gibt es einen Dorfplatz und Geschäfte, wo man sich etwas zum Essen und
Trinken kaufen kann und dann die Fahrt fortzusetzen. Im Guadalupe, Kilometer 114, wird Schnaps und Honig angeboten.
Langsam ändert sich alles am Wege: das Klima ist jetzt kalt und trocken, die
Bewohner und ihre Kleidung (reiten auf Esel und sind mit farbigen Röcken und Hüten
bekleidet), die Landschaft (wir sehen jetzt hohe Berge, gewundene Flüsse und
Abhänge).
Am Kilometer 142 durchqueren wir auf einer Höhe von
2330 m die Ortschaft San Juan, und weiter gehts aufwärts... Etwa am
Kilometer 150 (15:00 h) erwartet uns dichter Nebel mit leichtem Nieselregen. Wir müssen sogar das Licht anmachen, um sehen zu können.
Die Straße nach Cajamarca ist geteert, mit einigen guten Abschnitten und
anderen, die es nicht gerade sind, aber nichts, was für Geländewagen in
denen wir reisen (Land Rover Freelander, Discovery y Defender) ein Problem
wäre.
Am Kilometer 165 erklimmen wir die Passhöhe: 3190 m.
Jetzt geht es abwärts. Bevor wir in die Stadt einfahren sehen wir an
beiden Straßenseiten typische kunsthandwerkliche Arbeiten ausgestellt.
Endlich in Cajamarca
auf 2700 m Höhe, Wiege der Pre-Inka-Kultur Caxamarca. Später wurde diese
Stadt in das Reich des Tahuantinsuyo eingegliedert. Eine der bekanntesten
Spuren der Vergangenheit ist die Lösegeldkammer, wo der Inka Atahualpa
eingesperrt war und dieser Pizarro anbot, den Raum als Preis für seine
Freiheit mit Gold zu füllen.
Die Sonne empfing uns mit ihrem glänzendsten Schein.
Es war Sonntag und vielerorts im Gebirge konnten wir beobachten wie die
Männlein nach einer «langen Nacht» durch die Straßen schwankten.
Am Eingang der Stadt befindet sich das
Kunsthandwerkszentrum Cerámica
Rayito de los Andes, wo
Teller, Töpfe, Gefäße und sonstige typische Kunsthandwerksgegenstände
angeboten werden.
Wir besichtigten die Kirchen Recoleta, San Francsico,
Santa Catalina (die Kathedrale) und den Hauptplatz. Anschließend begaben
wir uns nach Huambocancha
in Richtung Porcón.
Beide Stellen sind für ihr steinernes Kunsthandwerk bekannt. Für feine
und kleine Gegenstände benutzen sie eine Art Marmor und für große
Gegenstände wie Brunnenfiguren oder Sitzbänke bevorzugen sie Granit.
In der Nacht tummeln wir erneut über den Hauptplatz,
wir speisen und trinken einen erfrischenden «Emoliente». Eines der
typischen Gerichte ist Rinderhirn. Ich probierte es mit etwas gemischten
Gefühlen, muß aber gestehen, dass es keineswegs schlecht war. Es
schmeckt nach Omelett und ich würde es wieder mal essen ... wenn ich nach
hierher zurückkommen würde...
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